Wuhletal

Extensive Landschaftspflege mit Rindern im Wuhletal

Entstanden aus dem Überrest einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne, ist das weitläufige Wuhletal heute das größte Landschaftsgebiet in Marzahn-Hellersdorf. Die naturräumliche Bedeutung für das Stadtgebiet Berlin ist aufgrund der artenreichen Tierwelt, den Auwäldern, Wiesen und Teichen in direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten enorm. Das Wuhletal wird von Bürgern und Bürgerinnen entlang der Wegesysteme heute auch intensiv als Freizeit- und Naherholungsgebiet genutzt.

Damit auch in den Zeiten schrumpfender Unterhaltungsmittel diese naturräumlichen Qualität in Marzahn-Hellersdorf erhalten und gepflegt werden kann, hat das Bezirksamt Teilflächen im nördlichen Wuhletal an die AGRARBÖRSE Deutschland Ost e.V. zur extensiven Beweidung überlassen. In der Landschaftspflege gilt die Beweidung als eine der wichtigsten Pflegeformen, um die Erhaltung von Artenvielfalt und Kulturlandschaft zu verbinden. In vielen Regionen gehören Weidetiere zur touristischen Visitenkarte und stehen für Erholung, intakte Natur und gesunde Umwelt. Im urbanen Raum ist dies sicherlich ein noch ungewöhnlicher Anblick. Es ist aber nur wenige Jahrzehnte her, dass Viehhaltung in Berlin noch Gang und Gebe war. Das Beweidungskonzept der AGRARBÖRSE Deutschland Ost e.V. im Wuhletal wird langfristig Landschaftspflege mit Landwirtschaft, Naturbildung und Beschäftigung verbinden und auf diese Weise einen Mehrwert für die Bevölkerung und den Bezirk haben.

Seit 2011 weiden bereits die ersten Rinder im nördlichsten Teil des Wuhletals an der Golliner Straße und seit dem Frühjahr 2012 wurde eine weitere Koppel südlich des Wuhlewächters an der Kemberger Straße eingerichtet. Seit dem Sommer 2013 wurde eine weitere Weide auf der anderen Seite des ehemaligen Klärwerkableiters neben der Rudolf-Virchow Oberschule angelegt.