Landwirtschaftlicher Maschinenpark

Bauer ist der älteste Beruf des Menschen. Mit dem Ackerbau und der Domestikation der Tiere begann der Mensch, seine Umwelt bewusst zu gestalten. Gerade hier, im Brandenburger Raum, ist das Wirken von vielen Generationen von Bauern bei der Gestaltung der Landwirtschaft zu sehen. Über Jahrhunderte hin war die bäuerliche Existenz Lebenswirklichkeit für die meisten Menschen.

Mit dem Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert wurde auch das Ende einer vorwiegend mit Handarbeit betriebenen bäuerlichen Landwirtschaft eingeleitet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Werkzeuge für das Dorf durch Dorfhandwerker - Schmied, Stellmacher, Sattler - selbst hergestellt. Das Dorf war autark. Danach setzte zunehmend eine Industrialisierung der bäuerlichen Produktion ein. Dem Dorf wurde durch die Stadt industriell gefertigte Maschinen und Geräte zur Verfügung gestellt.

In dieser Ausstellung sind typische Beispiele aus den beiden Entwicklungsperioden zu sehen. Dieser landwirtschaftliche Maschinenpark will kein Museum sein.

Er ist eine Bildungsstätte, die mit den ausgestellten Geräten und Maschinen arbeitsteilige Prozesse aufzeigt. Aber auch die lebendigen Beziehungen zwischen Dorf und Stadt, wie sie gerade für Berlin so prägend waren und sind, werden sichtbar. Fast alle Maschinen und Geräte stammen von Marzahner Bauern oder aus der näheren Umgebung.

Der Maschinenpark zeigt Geräte und Maschinen einer kleinbäuerlichen Wirtschaftsweise, wie sie von jeweils Mitte des 19. bis 20. Jahrhunderts für Marzahn und die Dörfer um berlin charakteristisch waren.

Die Zugkräfte waren vorwiegend das Pferd bzw. die Kuh und später der kleine Traktor. Exemplarisch an ausgewählten Produktionsstätten wird der vegetationsbedingte, jahreszeitliche Ablauf der landwirtschaftlichen Produktion sichtbar.

Der Rundgang beginnt mit der Bodenbarbeitung und der Frühjahrsbestellung, setzt sich mit den Pflegearbeiten und der Heuwerbung im Sommer fort und endet mit der Ernte im Herbst. Einige Geräte von Marzahner Bauern belegen, dass auch Marzahn bis 1989 eine florierende Gemüseproduktion, teilweise auch auf Rieselfeldern, hatte. Die restaurative Instandsetzung der Geräte hatte das Ziel, die Funktionstüchtigkeit wieder herzustellen.

Der Landwirtschaftliche Maschinenpark ist damit auch ein Stück lebendige Berliner Stadtgeschichte.

Mit dieser Sammlung, die sich neben der Zuchtanlage mit den typischen Tieren der Mark Brandenburg unterhalb der Bockwindmühle befindet, hat das 700-jährige Dorf Marzahn einen weiteren Anziehungspunkt.

Angebote und Leistungen

  • Ausstellung von Maschinen und Geräten der einzelnen arbeitsteiligen Produktionsprozesse
  • Führungen mit Demonstration von Maschinen für Schulklassen
  • Ausleihe von Maschinen und Geräten für Ausstellungen, Demonstrationen und Veranstaltungen
  • Große Fachbibliothek zu Landmaschinen und Landtechnik